Deutsche Bank Stiftung

Hilfe zur Selbsthilfe

Alfred Herrhausen Fonds

Hilfe zur Selbsthilfe

Nachhaltig Helfen: Der Alfred Herrhausen Fonds unterstützt junge Menschen in schwierigen Lebenslagen

Dass die effektivste Hilfe immer die ist, die es Menschen ermöglicht, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, ist die Philosophie der vom Alfred Herrhausen Fonds unterstützten Projekte. Dabei setzt die Bank im sensiblen Bereich des sozialen Engagements auf die Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen, Fachleuten und Institutionen.
Über die finanzielle Unterstützung hinaus profitieren die geförderten Projekte von den Kontakten und Erfahrungen der Mitarbeiter des Alfred Herrhausen Fonds. Im Vordergrund steht der Gedanke, durch eine Art „Initialzündung“ die beruflichen Ausgangssituationen junger Menschen in schwierigen Lebenslagen zu verbessern.
Merken, dass man wichtig ist: Arbeitserfahrungen im Restaurant Denkma(h)l!

Die Malteser Werke betreuen im Großraum Hamm 70 Kinder und Jugendliche in therapeutischen Wohngruppen, von denen sich viele im Grenzbereich zwischen seelischer Behinderung und Normalität befinden. Aufgrund der Entwicklungspotentiale der Erkrankungen ist eine eindeutige Zuordnung in den einen oder anderen Bereich noch nicht möglich, wodurch es schwierig ist, angemessene Betreuungsmaßnahmen für sie zu finden. Eine Unterbringung in bereits bestehende Tagesstrukturangebote für Behinderte ist oft eine Unterforderung, die Unterbringung in einem regulären Angebot oft eine Überforderung.

Im Bemühen, für diese besonderen Anforderungen geeignete Strukturen zu schaffen, wurde das Restaurant „Denkma(h)l!“ gegründet. Dort arbeiten elf Jugendliche in der Küche und im Service, je nach ihrer individuellen Fähigkeit und Möglichkeit zwischen zwei Stunden täglich bis hin zu einem normalen Arbeitstag. Begleitet werden sie nicht nur von einem Koch und einem Restaurantfachmann, sondern auch von einer Pädagogin, die das Bindeglied zwischen den Wohngruppen und dem Restaurant darstellt. Eine Psychologin betreut das Projekt fachlich und unterstützt das Team im Umgang mit den unterschiedlichen Störungsbildern.

Malteser Werke © Photo: Malteser Werke
Gerade die Küche in einem Restaurant bietet sehr viele Aufgaben mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, die aber alle gleichermaßen wichtig sind, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Dies bedeutet, dass jede Aufgabe geeignet ist, den Jugendlichen Anerkennung und Lob zuteil werden zu lassen und ihr Selbstwertgefühl zu stärken – eine Erfahrung, die die meisten in ihrem Leben bisher nur selten machen konnten. Die Beschäftigung im Denkma(h)l! bietet den Jugendlichen einen Einstieg in eine regelmäßige Tagesstruktur, Arbeitstraining und Berufsvorbereitung und kann sogar zu einer Berufsausbildung führen. In jedem Fall erweitern sie ihre individuellen Fähigkeiten. Sie trainieren ihr Durchhaltevermögen und ihre Leistungsfähigkeit, und dies mit einem Tempo, dass ihre besondere Situation berücksichtigt und dem Scheitern durch Über- bzw. Unterforderung sehr flexibel entgegenwirkt.
Achtung, fertig, Job! Erste Schritte in die Berufswelt
Der Übergang von der Schule in ein Ausbildungsverhältnis stellt insbesondere für schwache Schüler eine besondere Herausforderung dar. Nicht selten haben sie am Ende der Schulzeit keine Lehrstelle und damit auch keine berufliche Perspektive. Die professionelle Begleitung dieser kritischen Übergangszeit ist deshalb einer der Ansatzpunkte für dringend notwendige bildungspolitische Umgestaltungen im Bereich der Berufsqualifizierung.
Praxiserfahrung bereits vor Beginn der Ausbildung: Schülerinnen am bbz Siegen Praxiserfahrung bereits vor Beginn der Ausbildung: Schülerinnen am bbz Siegen

Aus diesem Grund unterstützt die Deutsche Bank Stiftung gemeinsam mit der Deutsche BP Stiftung und der Grohe Stiftung die vom Berufsbildungszentrum der Industrie- und Handelskammer Siegen konzipierte Initiative „Häuser der Berufsvorbereitung“. Das Programm verfolgt das Ziel, das Übergangsmanagement für über 1.000 Hauptschüler in Nordrhein-Westfalen zu verbessern. Besonders überzeugend an diesem Konzept ist die systematische Vernetzung aller an der vorberuflichen und beruflichen Qualifizierung beteiligten Unternehmer und Träger vor Ort. Nach dem erfolgreichen Start des Programms in Siegen wurde das Programm 2008 auch in Olpe, Solingen, Bonn und Hagen etabliert.

Im Rahmen der Förderung wird den Jugendlichen nach freiwilliger Anmeldung ein verbindlicher, schulbegleitender Unterricht in betriebsrelevanten Fertigkeiten angeboten, der für ein Jahr zwei Mal wöchentlich und in sechs Wochen ihrer Schulferien stattfindet. Die Jugendlichen können in kooperierenden Lehrwerkstätten und Schulungseinrichtungen – je nach Interesse und Eignung – erste berufliche Erfahrungen, beispielsweise im Umgang mit Metall, mit bauhandwerklichen oder gastgewerblichen  Ausbildungsbereichen sammeln. Auch ein „Knigge für angehende Lehrlinge“ steht auf dem Stundenplan.

Durchhalten lohnt sich! Die lokale Wirtschaft sichert den jungen Menschen eine betriebliche Ausbildung zu, wenn diese den Kurs, der 570 Stunden umfasst, erfolgreich abgeschlossen haben. Mit der nachhaltigen Begleitung der teilnehmenden Hauptschüler soll die Übernahmequote 90 Prozent betragen.

Für sein innovatives Bildungskonzept ist das Haus der Berufsvorbereitung am 4. Februar 2009 als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen ausgezeichnet worden.

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