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CEE Musiktheater 
Förderprogramm für das Musiktheater Zentral- und Osteuropas
Der Verein Central & Eastern European Musiktheater unterstützt Opernhäuser und junge Musiker
Der Verein CEE Musiktheater wurde 2004 von der Deutsche Bank Stiftung gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Kunst und Medien der Republik Österreich ins Leben gerufen. Das Ziel dieser grenzüberschreitenden Initiative ist die zukunftsorientierte Förderung des bestehenden Musiktheaters im zentral- und osteuropäischen Raum als Motor kulturellen Lebens.
Die Idee entstand bei den von der Wiener Staatsoper gemeinsam mit der Deutsche Bank Stiftung initiierten Operndirektoren-Konferenzen. Es geht darum, ein Netzwerk zu schaffen, das in den Ländern der Region, in denen die Oper durch finanzielle Engpässe mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, das Musiktheater gezielt unterstützen kann.

Durch diese gemeinsam gestartete Initiative wird ein Beitrag zur künstlerischen Qualität der Produktionen geleistet, wobei jede Unterstützung immer einer konkreten Anfrage der Opernhäuser entspricht. Eine erste Auswahl der derzeit geförderten Partneropernhäuser wurde nach zahlreichen Gesprächen mit den jeweiligen Direktoren getroffen. Konkret wurden vier Förderprogramme mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung entwickelt, in denen auf die einzelnen Bedürfnisse der Opernhäuser individuell reagiert werden kann. Die Stellung des Musiktheaters in der Region soll dabei durch die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen langfristig ausgebaut und gefestigt werden.

Bei den Proben zum „Figaro“ in Bukarest
© Photo: Nationaloper Bukarest
Erfolgreiche Kooperation: „Le Nozze di Figaro“ in Bukarest
Bericht von Alexander Radulescu, Alumnus der Akademie Musiktheater heute

Eine aus Sicht der Deutsche Bank Stiftung besonders interessante Kooperation ergab sich bei der Produktion von „Le Nozze di Figaro“, die im Dezember 2006 in Bukarest Premiere hatte. Regie führte dort Alexander Radulescu, ehemaliger Stipendiat der Akademie Musiktheater heute, des Förderprogramms der Deutsche Bank Stiftung für den Musiktheater-Nachwuchs. Er berichtet von seinen Erfahrungen während der Inszenierungsarbeit:

„Für uns alle, die Gesangs-Stipendiaten von CEE Musiktheater und für mich, war diese Produktion eine einmalige Erfahrung. Schon die Vorbereitung machte deutlich, dass hier auf sehr hohem Niveau versucht wird, jungen Künstlern die Möglichkeit zu geben, mit erfahrenen Profis gemeinsam eines der gängigsten Opernwerke auf spannende Weise neu zu entdecken. Im Juli 2006 trafen wir uns für zwei Wochen in der Nähe von Wien, dort arbeiteten die jungen Sänger aus sechs Nationen zusammen mit dem Dirigenten David Crescenzi und dem Kammersänger Bernd Weikl an den Partien. Ende Oktober trafen wir uns alle in Bukarest wieder, um nun konkret die Szenen zu proben.

Ungewöhnlich war natürlich auch die Art und Weise, wie die Proben verliefen. Schließlich kamen die Sänger aus den unterschiedlichsten osteuropäischen Ländern: aus Albanien, Bulgarien, Kroatien, Moldawien, Rumänien und Serbien. Trotz aller babylonischer Sprachverwirrung lief die Verständigung sehr unproblematisch. Neben Englisch wurde Rumänisch (das ich eigens für diese Produktion gelernt habe), Italienisch und auch ein wenig Deutsch gesprochen, und dies nicht selten gleichzeitig!

 
Doch die Sprachhürden waren das geringste Problem bei diesem Ausnahmeprojekt: Angefangen bei den Visa, die einzelne Sänger benötigten, die dann nicht rechtzeitig fertig wurden, so dass die Sänger nicht pünktlich anreisen konnten, bis hin zu Ausfällen von Sängern wegen Krankheit bzw. eines Unfalls auf der Bühne, gab es doch so manches organisatorische Problem, mit dem wir zu kämpfen hatten. Ich denke, das lag an der grundsätzlich anderen Arbeitsweise in osteuropäischen Opernhäusern und in Rumänien vielleicht im Besonderen. Schließlich ist die Opern-Tradition in diesen Ländern noch sehr dem bei uns mittlerweile verpönten Ausstattungs- und Steh-Theater verpflichtet.
„Figaro“ in Bukarest: Simonida Lutescu (Gräfin Almaviva)
© Photo: Nationaloper Bukarest
Die Zuschauer aber möchten gerne etwas Neues, etwas Anderes sehen und hören, als zum tausendsten Mal Aida als Schaufensterpuppe im goldenen Morgenmantel. Dies war zu spüren, als wir mit unserer Arbeit in Bukarest anfingen. Schon nach einer Woche kursierten Gerüchte im Opernhaus – von einer angeblichen Skandalinszenierung und von unmöglichen Anforderungen an die Sänger. Doch wer dann bei den Proben dabei war oder sich die Inszenierung am Ende angesehen hat, konnte feststellen, dass es uns gar nicht um Provokation und Skandal ging, sondern dass wir alle versucht haben, das Stück und die einzelnen Figuren ernst zu nehmen und all ihre Sehnsüchte und Wünsche in Bilder umzusetzen.“
Eriona Gjyzeli (Barbarina) und Chor
© Photo: Nationaloper Bukarest
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