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Komponist für Heidelberg 
Mehrfache Vernetzung
In der Spielzeit 2007/08 war mit Mark Moebius ein Stipendiat der Akademie Musiktheater heute „Komponist für Heidelberg“.
Deutschlands jüngster Generalmusikdirektor Cornelius Meister hat 2005 mit Unterstützung der Deutsche Bank Stiftung die Reihe „Komponist für Heidelberg“ ins Leben gerufen. Sie ermöglicht die intensive Zusammenarbeit eines Komponisten mit dem Philharmonischen Orchester und bietet dem Publikum Einblicke in die zeitgenössische Musik und die Arbeit des Komponierens.
Der „Komponist für Heidelberg“ arbeitet mehrmals in der jeweiligen Spielzeit in der Stadt, lernt das Publikum und die Mitarbeiter des Hauses kennen. Öffentliche Proben und Gesprächskonzerte, Einführungsveranstaltungen und Schulbesuche des Komponisten laden das Publikum ein, den Entstehungsprozess einer Komposition mitzuverfolgen – Berührungsängste werden abgebaut und die Neugierde und das Interesse der Zuschauer für neue Musik geweckt.
Mark Moebius, Stipendiat der Akademie Musiktheater heute, war „Komponist für Heidelberg“ 2007/08
© Photo: Christoph Balzar
Der erste eingeladene Komponist dieser Reihe war Jörn Arnecke, dessen drittes Auftragswerk für Heidelberg, „Terra maligna", nach dem Libretto von Hannah Dügben – auch sie eine Alumna der Akademie – entstand. Ein wichtiges Element ist die Arbeit für das und mit dem Orchester. Jörn Arnecke schrieb ein Kammerwerk für eine Sängerin des Ensembles und Musiker des Orchesters, Miroslav Srnka komponierte in der Spielzeit 2006/07 ein Werk für Solo-Cellisten. Schon Monate vor der Uraufführung konnte der Komponist in einer Orchesterprobe Klänge erproben und damit erste Skizzen gleich akustisch „überprüfen“ – eine heutzutage ungewöhnliche und seltene Arbeitssituation.

Als dritter „Komponist für Heidelberg“ war in der Spielzeit 2007/08 mit Mark Moebius ein Stipendiat der Akademie Musiktheater heute zu Gast. Sein erster Kontakt mit den Heidelbergern kam allerdings bereits zustande, bevor er im Herbst 2006 als einer der ersten Komponisten in die Akademie aufgenommen wurde. Für Olaf Schmitt, bis zur Spielzeit 2007/08 Heidelberger Konzertdramaturg und ebenfalls Alumnus der Akademie, ist das eine zusätzliche Bestätigung der inhaltlichen Ausrichtung und der hohen Qualitätskriterien, die beiden Programmen unabhängig voneinander zugrunde liegen.
 
Szenenbild aus Mark Moebius' Kinderoper „Pinienkerne wachsen nicht in Tüten“
© Photo: Stephan Walzl
Mark Moebius freute sich über seine Auswahl und die Chancen, die sich ihm in Heidelberg eröffnen: „Als ‚Komponist für Heidelberg’ habe ich zum einen die Möglichkeit, mit einem hervorragenden Orchester und Dirigenten zu arbeiten. Das allein bedeutet mir schon sehr viel, denn es keinesfalls selbstverständlich. Es reizt mich auch besonders, da es ein ‚normales’ Orchester ist, kein ‚Spezialistenensemble’ für Neue Musik. Meiner Meinung nach muss sich Neue Musik gewissermaßen im alltäglichen Konzertbetrieb bewähren, sie muss gehört werden wollen, sie muss sich ‚verkaufen’. Als Komponist muss man mit Musik um das Publikum werben, es mitreißen und verführen, nicht nur ästhetisch Recht haben wollen.“

Zum ersten Mal arbeitete der „Komponist für Heidelberg“ in mehreren Sparten und hat auch eine Kinderoper komponiert, die in Zusammenarbeit mit der Oper und dem zwinger3 uraufgeführt wurde. Das Libretto für „Pinienkerne wachsen nicht in Tüten“ stammt von Paula Fünfeck, die für diesen Text bereits 2006 beim Autorenwettbewerb „Heidelberger Stückemarkt“ ausgezeichnet wurde. Als Produktionsleiterin für die Kinderoper hat Moebius seine Mitstipendiatin Janina Moelle, auch sie Jahrgang 2006-2008, vorgeschlagen – die szenische Arbeit wurde also durch ein weiteres bekanntes Gesicht bereichert.
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