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Don Giovanni 
Produktive Zusammenarbeit unter guten Bekannten
Am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken arbeiteten zwei Alumni und ein Stipendiat der Akademie bei der Produktion von Mozarts „Don Giovanni“ zusammen.
Kapellmeister, Dramaturg und Regieassistentin der „Don Giovanni“-Produktion in Saarbrücken (Regie: Matthias Kaiser) sind „alte Bekannte“ der Akademie Musiktheater heute. Ihre Zusammenarbeit ist ein Beispiel für die gelungene Netzwerkbildung zwischen Alumni und Stipendiaten der Akademie.
Eines der Hauptanliegen der Akademie ist es, den Austausch zwischen allen Beteiligten zu fördern und sie zur aktiven Netzwerkbildung anzuregen. Nicht nur die gemeinsamen Workshops und Veranstaltungen der aktuellen Stipendiaten, sondern auch Anlässe wie der jährliche Festakt der Akademie bieten Gelegenheiten, bestehende Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen. Diese Begegnungen der Stipendiaten untereinander, aber auch mit den Alumni und Kuratoren, entwickeln oftmals eine produktive Eigendynamik, aus der gemeinsame Projekte entstehen. Manchmal ergibt es sich auch, dass mehrere Stipendiaten oder Alumni Festanstellungen am gleichen Hause erhalten – in diesem Fall baut ihre kollegiale Beziehung auf den gemeinsamen Akademie-Erfahrungen auf.
Martin Blasius und Oxana Arkaeva
© Photo: Bettina Stöß
Ein Beispiel dafür findet sich derzeit am Saarländischen Staatstheater. Seit der Spielzeit 2005/06 ist der ehemalige Akademie-Stipendiat Constantin Trinks Erster Kapellmeister am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken, gleichzeitig traten dort Christoph Gaiser, Stipendiat 2004-2006, und Kristina Gerhard, ebenfalls Alumna, ihre Stellen an. Gaiser arbeitet in Saarbrücken als Musiktheater- und Konzertdramaturg, Gerhard ist Regieassistentin.

Dass die drei nun Kollegen sind, ist reiner Zufall, doch alle stimmen überein, dass ihre Zusammenarbeit bei der „Don Giovanni“-Produktion – Premiere war am 22. April 2006 – von ihren gemeinsamen Erfahrungen als Stipendiaten der Akademie profitiert hat. „Allein die Tatsache, dass man da im Kreise der neuen Kollegen ein Gesicht hat, das man schon einmal gesehen hat, erleichtert natürlich den Einstieg“, meint Kristina Gerhard. „Gelungene Kommunikation ist ja für die gemeinsame Arbeit unverzichtbar. Deshalb denke ich schon, dass die Produktionen von dieser personellen Konstellation profitieren.“

Auch Constantin Trinks glaubt, dass zwischenmenschliche und fachliche Faktoren miteinander verknüpft sind: „Die erfolgreiche Realisation des ‚Giovanni’ wurde entscheidend begünstigt durch den glücklichen Fall, hier in Saarbrücken mit zwei weiteren Stipendiaten der Akademie zusammenarbeiten zu können. Die Arbeit mit den beiden Kollegen, die ich in meiner Stipendiatenzeit schätzen gelernt habe, war sehr fruchtbar.“

 
Was reizt junge Musiktheater-Schaffende heute überhaupt an einem Stück wie „Don Giovanni“, das ja zu den meistgespielten Werken Mozarts gehört? Welche Aspekte stehen bei der Auseinandersetzung im Vordergrund? Dazu Constantin Trinks: „Nicht nur aus musikalischer Sicht stellt Mozarts komplexestes Bühnenwerk eine große Herausforderung dar. Beim Erarbeiten einer persönlichen Sichtweise auf ‚Don Giovanni’ ging es für mich weniger darum, mich durch neue, originelle Lesarten bewusst gegen andere Interpretationen abzusetzen, sondern – wie bei jedem anderen Meisterwerk auch – vor allem zu ergründen, was das Stück selbst mir über sich erzählen kann. Bei jedem Lesen, bei jeder Probe und bei jeder Vorstellung kann man neue Aspekte und Details des Werks entdecken, so dass sich eine sehr persönliche Beziehung zu und mit dem Kunstwerk entwickelt.“ 
Elizabeth Wiles und Heiko Trinsinger
© Photo: Bettina Stöß
Im Rahmen des Förderprogramms der Akademie ergeben sich für die Stipendiaten zahlreiche Gelegenheiten zum Austausch über künstlerische Positionen und konkrete Fragen der eigenen Tätigkeit. Die gemeinsamen Aufführungsbesuche, Diskussionen und Hintergrund-Gespräche fließen in die eigene Arbeit ein, wie Christoph Gaiser betont: „Wir haben mit der Akademie Musiktheater heute viele Opernproduktionen gesehen und diskutiert – das schärft die Wahrnehmung für das eigene Arbeiten. Wir haben auch erfahren, unter welchen Bedingungen unsere Mitstipendiaten an anderen Häusern arbeiten. Das ist nützlich, um die Verhältnisse am eigenen Haus richtig einschätzen zu können. Kristina, Constantin und ich sind uns untereinander menschlich sehr viel näher gekommen, als es unter Kollegen, die erst ein halbes Jahr zusammen arbeiten, gewöhnlich der Fall ist. Das ist eine große Hilfe, wenn es – wie so oft beim Theatermachen – um die kleinen und großen Gefühle geht.“
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